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Geschichte

Der Begründer der Homöopathie ist Dr. med. Samuel Hahnemann (1755-1843)

Die medizinische Praxis seiner Zeit, die in häufigen Aderlässen, Schröpfen, Gabe von hochdosierten Medikamenten bestand und die nur „die Stärksten überlebten“ war ihm höchst zuwider. (Wer kann es ihm verdenken)

Hierzu 2 Zitate Hahnemanns, die seine damalige Situation treffend

beschreiben:

„ Ich machte mir ein empfindliches Gewissen daraus, unbekannte Krankheitszustände bei meinen leidenden Brüdern mit diesen unbekanten Arzneien zu behandeln, die als kräftige Substanzen, wenn sie nicht genau passen, leicht das Leben in Tod verwandeln, oder neue Beschwerden und chronische Übel herbeiführen können, welche oft schwerer als die ursprüngliche Krankheit zu entfernen sind.

Auf diese Art ein Mörder oder Verschlimmerer des Lebens meiner Menschenbrüder zu werden, war mir der fürchterlichste Gedanke, so fürchterlich und ruhestörend für mich, daß ich in den ersten Jahren meines Ehestandes die Praxis ganz aufgab und fast keinen Menschen mehr ärztlich behandelte, um ihm nicht noch mehr zu schaden und bloß- wie Sie wissen- mich mit Chemie und Schriftstellerei beschäftigte“ (Hahnemann 1808 in einem offenen Brief an Hufeland)

 

„Es war für mich eine Qual, im Dunkeln herumzutappen, als ich Kranke heilen sollte, indem nach dieser oder jener Krankheitshypothese Substanzen zu verordnen waren, die ihren Platz in der Materia Medica  einer willkürlichen Entscheidung verdankten...

Bald nach meiner Heirat gab ich die Praxis der Medizin auf, damit ich nicht länger Gefahr lief, Unrecht zu tun; ich beschäftigte mich nun ausschließlich mit Chemie und literarischen Tätigkeiten.

Dann wurde ich aber Vater, und ernste Krankheiten bedrohten meine geliebten Kinder... Und als ich merkte, daß ich ihnen keine Erleichterung schaffen konnte, wurde ich von noch schlimmeren Skrupeln geplagt.“

 

Er war ein kritischer Mensch, dem alles Spekulative suspekt war. Ein Arzt auf der Suche nach klaren Gesetzmäßigkeiten der Heilung.

Die Geburtsstunde der Homöopathie:

So stieß er bei seiner Übersetzertätigkeit auf die Arzneimittellehre v. William C. Cullen, Ordinarius für praktische Medizin  am Royal Infirmary of Edinburgh.

Die Erklärung Cullens , daß Chinarinde aufgrund seiner magenstärkenden Wirkung Malaria heilt überzeugt ihn nicht, aus praktischer Erfahrung  wußte er, daß auch massive Dosen v. Adstringentien und Bitterstoffen  keinen Einfluß auf Fieber hatten.

Daher unternahm er einem Selbstversuch, indem er über mehrere Tage 2x tgl. „4 Quentchen“ Chinarinde einnahm und dabei viele Symptome an sich beobachtete und genau notierte, die in typischer Weise auch beim Wechselfieber auftraten.  Diese dauerten 2-3 Std. und wiederholten sich bei jeder erneuten Gabe, sonst nicht.

Die Wiederholung des Versuches mit anderen Personen brachte das gleiche Ergebnis.

Ein Mittel, das bei einer Erkrankung wirksam war, brachte, einem gesunden Menschen gegeben, dieselben Symptome hervor, die bei der Krankheit selbst auftraten.

Bis dahin hatte als unumstößliche medizinische Wahrheit gegolten, daß ein Patient, der an bestimmten Krankheitssymptomen leidet, ein Mittel bekommen müsse, das  diese Symptome beseitigt. Hier nun aufgrund eines persönlichen Experiments, dämmerte es Hahnemann, wie die Substanzen in Wirklichkeit funktionieren könnten. 

Ein Mittel hilft zur Heilung nur, weil es ähnliche Zeichen und Symptome in einem gesunden menschlichen Organismus hervorzurufen vermag.

Durch diese Beobachtungen wurde sein Forscherdrang geweckt und er begann auch andere Stoffe in geringer Dosierung auf ihre Reaktionen beim Gesunden, zunächst an sich selbst, dann an Familienmitgliedern und interessierten Kollegen zu testen. Die hierbei beobachteten Symptome wurden genauestens festgehalten und in der sog. Materia medica gesammelt.

Gleichzeitig stellte Hahnemann einen umfangreichen Katalog sämtlicher Vergiftungen zusammen, die in der med. Literatur der letzten Jahrhunderte verzeichnet waren. Dabei kamen ihm seine Kenntnisse in Latein, Griechisch, Arabisch, Hebräisch, Englisch und Französisch zustatten, kein wichtiges Werk auf diesem Gebiet blieb unberücksichtigt.

 

Nach und nach verabreichte er Kranken díe geprüften Medikamente, wenn die Symptome des Kranken mit den von ihm an dieser Arznei beobachteten übereinstimmten, mit Erfolg.

 

Jetzt war ihm klar, daß er ein Gesetz entdeckt hatte, das der Medizin völlig neue Perspektiven eröffnen konnte.

 

 „Wenn wir es mit einer Kunst zu tun haben, deren Zweck die Rettung menschlichen Lebens ist, wird jede Nachlässigkeit, darin ein Meister zu werden, zu einem Verbrechen.“

 

 

Da bei der Verabreichung der Arzneien teilweise noch heftige „Erstreaktionen“ zu beobachten waren, verdünnte er die Medikamente Schritt für Schritt.

Dabei nahm die Heftigkeit der Reaktion bei noch guter Wirksamkeit zwar ab, war aber noch vorhanden. Bei einer Verdünnung, in der von der Ursprungssubstanz nichts mehr übrig war, zeigte sich aber keine Wirkung mehr.

 

Jetzt  stand er vor der Alternative, dass entweder das Arzneimittel stark genug war, bei entsprechender Verschlimmerung der Symptome des Patienten, oder das es bei entsprechender Verdünnung wirkungslos war.

 

An diesem Punkt entdeckte er ein Prinzip, um die toxischen Wirkungen der Arznei zu reduzieren bei gleichzeitiger Verstärkung der Heilkräfte:

 

 

 

Die Verschüttelung der Arznei nach jedem Verdünnungsschritt, von Hahnemann Potenzierung genannt.

 

Der Effekt war, daß nun die Mittel auch in großen Verdünnungsstufen hochwirksam wurden und der Nebeneffekt der Erstreaktion zurückging.

 

 

Nun hatte er die Möglichkeit auch toxische Substanzen bei hoher

Wirksamkeit dem Patienten zu verabreichen, ohne ihm zu schaden.

 

 

 

Die homöopathische Therapie basiert auf folgenden Grundlagen:

 

Verabreichung von Medikamenten nach der Ähnlichkeitsregel

Arzneimittelprüfung am Gesunden

Potenzierung v. Arzneien

-Arzneimittelherstellung

 

 

Nach HAB (homöopath. Arzneibuch), Teil des DAB (Deutsches Arzneibuch)

Pflanzl., tierische, mineralische Grundsubstanzen

Potenzierung D (Dezimal), C (Centesimal), Q (Quinquagiesmillesimal)

 

Dr. med. Friedrich Eirich
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